Und natürlich wiederspiegelt das hier zu lesende unserer ganz persönlichen Eindrücken, Beobachtungen, Erfahrungen, Vorlieben, Geschichte und Beurteilung und sind einfach unsere Momentaufnahmen.
Waren wir in gewissen Regionen Frankreich und Deutschlands überrasch über die vielen teuren, hochmodernen und grossen Wohnmobile, gibt es in Spanien ein buntes Gemisch von eher ältere, freaky Mobile und auch viele Campingbusse. Und ihre Nutzer scheinen ebenso individuell und kreativ in ihrem Sein. Für mein Gefühl ist es weniger das Zeigen was man hat als das Leben und leben lassen. Uns gefällt das so ganz gut, auch wenn wir uns mit unserem neueren Weissblech manchmal ein bisschen wie Snobs vorgekommen sind. Das war aber sicher mehr unser Gefühl, als das man uns dies so vermittelt hätte. Und das andere hatten wir ja auch schon, wir mit unserem Billigmobil. Spannend ist doch, wie sich das innerhalb von Europa ändern kann.
In ganz Spanien haben wir nur 2 Mal etwas bezahlt für einen Stellplatz und es war problemlos überall ein schönes Plätzchen zu finden. Und es ist nicht etwa so, dass wir extra auf kostenlose Plätze aus waren – es ist in Spanien einfach so. Erstaunlich war auch, wie viele Möglichkeiten es zum Entsorgen gibt und auch um Wasser zu laden. Nie mussten wir speziell irgendwohin fahren. Das mit dem Wasser hat uns besonders überrascht, wo das doch zum Teil schon eine wertvolle Ressource ist in Spanien.
Das Thema Sicherheit ist ein etwas schwieriges Thema. Einerseits will ich mich davon möglichst nicht ängstigen lassen und wie wir Zuhause erleben mussten, kann einem das immer und überall passieren. Anderseits war quasi mitzuerleben, wie eingebrochen wurde, ein für uns einschränkendes Erlebnis. Dabei geht es noch nicht mal in erster Linie um Wertsachen, sondern um unsere Hunde, die vielleicht im Fahrzeug sind. Und auch ein aufgestochener Reifen und eine eingeschlagene Scheibe braucht man doch unterwegs wirklich nicht. Dennoch sind wir der Meinung, das kann einem immer und überall passieren.
Wir hatten in Spanien den Eindruck, dass es noch bedeutend mehr Raucher gibt – also so, dass es uns aufgefallen ist. Und auch das Thema Kunststoff vermeiden, scheint nicht angekommen zu sein. Die Spanier lieben Kunststoff, so war zumindest mein Eindruck, für Möbel, Alltagsgüter aber auch Verpackungen. So gibt es z.B. Kunststoffhandschuhe in den Supermärkten, damit man das Gemüse nicht mit der Hand anfasst und Kunststoffüberzieher für Regenschirme, wenn man bei Regen in den Supermarkt will.
Wir waren sehr glücklich mit dem kulinarischen Angebot in Spanien. Selbst der billigste Wein (ja, ich wollte das dann einfach mal ausprobieren) um 1.50 Euro war toll. Und auch das Gemüse und die Früchte sind geschmackvoller, ohne auf spezielle Qualität zu achten. Fisch und Meeresfrüchte sind auch toll, auch wenn es leider durchaus Hai und überfischte Arten zu kaufen gibt.
Das Angebot an Bio-Produkten ist klein und Fleisch- und Milchersatzprodukte gibt es eigentlich nicht. Vegan ist eigentlich auf keinem Produkt zu lesen, dafür ganz häufig glutenfrei – auch auf Produkten wo man nie mit Gluten rechnen würde wie z.B. Käse. Achja, Käse können die Spanier auch wirklich gut und natürlich Olivenöl. Das Highlight, auf welches ich zum Glück schon zu Hause aufmerksam gemacht wurde, ist geräucherter Paprika bzw. Pimentón de la Vera. Ich interessiere mich ja sehr für Nahrungsmittel, das habe ich aber vorher noch nie gesehen. Zum Glück hat mich kurz vorher einer meiner absoluten Lieblingsblogs eat this! darauf gebracht! Ich hoffe, ich habe genügend gekauft bis zur nächsten Spanienreise!
Es gibt viele Hunde in Spanien – das war nicht weiter überraschend. Und es gibt einen unglaublich gelassenen oder auch gleichgültigen Umgang mit ihnen. Die Hunde, welche man draussen sieht, sind alle durchwegs verträglich, nahezu gleichgültig gegenüber Menschen, Hunden und anderen Tieren. Und für mich gibt es dabei einige Fragezeichen. Wie und warum ist das so? Ich habe verschiedene Vermutungen. Sicher bin ich mir aber, dass völlig normales Verhalten wie Jagdverhalten, Angst oder Aggression auch bei spanischen Hunden vorkommt. Nur sieht man es wirklich nicht oder kaum und ich bin ja eigentlich geschult im Beobachten. Meine Vermutung ist, dass alle Hunde, die aus diesem Raster fallen, entweder nur auf dem Gelände oder im Zwinger gehalten werden oder sterben. Und natürlich sieht man auch die eine oder andere arme Kreatur in einem Vorgarten, Zwinger oder Bretterverschlag hocken, richtig viel war aber nicht zu sehen für uns.
Verliebt haben wir uns in die spanischen Hirtenhunde – den einen hätte ich echt am liebsten mitgenommen. Was für ein Herzenshund! Und in Spanien sind auch viele Kleinsthunde zu sehen, z.B. die bei uns inzwischen eher selten werdenden Yorkshire Terrier. Denen wird aber toll viel zugetraut und die werden eigentlich nicht nur in der Handtasche getragen sondern tollen auf eigenen Beinen auch am Strand rum.
Grundsätzlich ist Spanien angenehm mit Hunden, insbesondere wenn diese verträglich sind. Aber auch für uns war das gut machbar, auch wenn es die eine oder andere etwas anstrengende Situation gab.Achja, an einem Ort waren die Hundepfoten komplett voll mit fiesen, stacheligen Samen. Ich war schon gestresst, wenn das so weiter geht. War aber mit etwas Vorsicht eine Ausnahme.
Spanien, und auch nur schon der Bereich den wir bereist haben, hat eine wirklich vielfältige Landschaft. Wie vielfältig, hat uns überrascht. Da gibt es Berge, Strand, Wüste und Weinbaugebiete. Und das alles reiht sich in abwechslungsreichen Distanzen aneinander, so dass es nie langweilig wird. Fährt man mehrere 100km durch die Einöde der Wüste und ist fasziniert und auch schockiert, wird sie bevor die Faszination dieser riesigen Flächen der Langeweile weichen muss, durch eine Toskana-ähnliche Landschaft abgelöst. Rioja und steht auf dem Schild und plötzlich ist alles anders. Nordspanien hat wirklich viel zu bieten, wenn auch nicht unbedingt attraktive Grossstädte – zumindest für uns.
Spanier können Architektur, sogar richtig gut! Sie zeigen es nur nicht so gerne – so zumindest macht es immer wieder den Eindruck. Geschultet ist dies wohl einer enormen Vielzahl an grottenhässlichen Wohnsilos aus der Zeit des Franco-Regimes. Dieser Firlefanz, Schnickschnack und Trallala an riesigen Bauklötzen über 8 und mehr Stockwerke, wo man ohne grosse Probleme die Einpassung in die Landschaft berücksichtigen hätte können, ist verblüffend und erschreckend zugleich. Jede Plattenbaute aus dem Osten hat zumindest eine funktionale Schlichtheit, die Ruhe rein bringt. Aber eben, sie können auch anders, insbesondere die Architekten der heutigen Zeit. Vielleicht brauchte es dies ja für die Entwicklung? Santiago Calatrava ist vermutlich der bekannteste bei uns, auch wenn ich ihn ja mehr als Schweizer sehe 😉
Wenn man durch die öde Landschaft fährt sieht man eine gigantische, unglaubliche Infrastruktur an Bewässerungssystemen. Das ist echt extrem und so noch nie gesehen. Von den vielen Folientunnels habe ich schon gehört, die waren aber in unserem Gebiet nicht zu sehen. Aber jedes Fietzelchen an Feld ist in regelmässigen Abstanden mit Sprinklern oder Bewässerungsschläuche versehen. Nichts wächst, ohne dieses Wasser. Wirklich nichts, auch keine Oliven oder Trauben. Und zack ist es im Nichts in einem Bereich grün, nur weil da gerade Wasser läuft. Wohin das führt, ich will es mir gar nicht recht ausmalen. Das Problem wäre aber ganz deutlich zu sehen, wenn man den will.
Und in dieser Einöde stehen sie immer wieder, die riesigen Schweinefarmen. Nicht mehrstöckig aber riesige Anlangen die aussehen wie Reiheneinfamilenhaussiedlungen mit Zaun drumrum. In dieser Grösse und Menge habe ich es noch nie gesehen, auch wenn ich für diese Art von Bauten sensibilisiert bin. Aber irgendwoher muss Seranoschinken, Jamón Ibérico und Chorizo ja kommen, seufz. Das ganze Elend will ich mir nicht ausmalen, einfach weil ich es nicht ertragen könnte.
Spanier sprechen wirklich nur spanisch – und uns kommt das leider spanisch vor.
Spanien ist das erste Land, wo wir so gar nicht die Sprache können. Die 10 wichtigsten Worte haben wir uns angeeignet, aber mehr ist da leider nicht. Und die Spanier sprechen wirklich keine andere Sprache. Ich bin zu Beginn wie automatisch ins italienische gefallen. Aber nicht, dass die da was ableiten könnten, nein. Und einmal hat man extra jemand geholt, der englisch kann. Das war dann aber englisch mit Händen und Füssen. Das fand ich überraschend, insbesondere auch bei der jüngeren Generation. Man kann aber sagen, dass es auch ohne Spanisch problemlos möglich ist, dieses Land zu bereisen und geniessen. Italienisch hat mir oft beim Ableiten geholfen.
Das einzige Problem hatten wir eigentlich nur mit dem Mineralwasser mit Kohlensäure. Wer hätte das gedacht… 2 Mal haben wir anstelle von Mineralwasser mit Kohlensäure Zitronenlimonade gekauft. Und beide Male waren wir (sogar nach dem ersten Misserfolg nochmals) so sicher, dass wir danach gleich 2 Flaschen wieder loswerden mussten. Denn wir finden beide Zitro sowas von ääääck! Dann stand da aber einmal das uns bekannte San Pelegrino im Regal und daneben ein spanisches Produkt und so war dann auch dieses Problem gelöst. Auf Grund dessen, dass da immer max. 6 Flaschen im Regal waren (vom Cola der verschiedensten Arten 40 – 100) scheinen das nur Touris zu trinken.
5‘087 km sind wir gefahren auf dieser Reise. Unsere Lüftung hat uns bei schönen, warmen Temperaturen ins Schwitzen gebracht. Klima ging zwar, aber nur noch auf Stufe 4 der Lüfter. Facebookgruppe sei Dank haben wir das aber in den Griff bekommen. Ansonsten war unser Tuk einfach mal wieder ein Goldstück.
Spanien, wir kommen wieder und Fliewatuk, wir möchten kein Anderes als dich!